Die Schweiz im internationalen Fokus

Die Schweizer Firmen machen momentan alles andere als positive Schlagzeilen. Seien es die Banken mit verfehltem Risikomanagement oder Kudelsky mit gewissen Problemen.

Schlimmer als katastrophale Aktienkurse und unangemessene Managerlöhne sind aber Verstösse gegen Regeln. Regeln wie das Straf- oder Steuerrecht. Mittlerweile haben’s viele Unternehmen eingesehen und gehen aktiv gegen Missbrauch vor.

Ausnahmen bestätigen die Regel.. Siehe auch beim Gemeinderat der Stadt Zürich [1], der erst nach grossem Druck von Seiten der Medien und Politiker aktiv wurde.

Auch gibt es einige Organisationen wie Transparency International, die sogenannte Whistleblower unterstüzten, also Mitarbeiter die Missstände von innen aufdecken. Aber solche Organisationen sind nur in relativ fortgeschrittenen Rechtssystemen effizient, wo der Whistleblower aktiv geschützt werden kann. [2]

Dank dem Internet kann aber dem Whistleblower vielleicht noch besser geholfen werden – denn ist ein gravierender Missbrauch erst öffentlich im Netz, kann er kaum mehr entfernt werden. Selbst rechtliche Schritte gegen entsprechende Portale wie [3] sind sinnlos, wie gerade eben erst ein amerikanisches Gericht bewiesen hat. Momentan fehlen allerdings noch griffige Gesetze, um den Whistleblower auch nach der Veröffentlichung vor Racheakten des Unternehmens zu schützen und seine berufliche Zukunft nicht ganz zu zerstören. Zudem ist es absolut klar, dass die Vertrauenswürdigkeit der Quelle entscheidend, was für Informationen man glauben kann und glauben will. Es gibt auch Webseiten, die mit Vorsicht zu geniessen sind.. [4] Aber schlussendlich kann der qualifizierte Leser so die Informationen nutzen, denen er vertraut.

Allerdings halte ich es wiederum moralisch für fragwürdig, für solche Informationen von staatlicher Seite Steuergeld einzusetzen wie eben in Liechtenstein. Denn wenn der Staat bestechen darf, sollte das den Firmen auch wieder erlaubt sein. Und steuerlich absetzbar. Aber das ist ein anderes Thema..

Es wird interessant zu beobachten, wie sich der Bereich in den nächsten Jahren entwickelt. Ich hoffe, die entstandenen Chancen werden genutzt und es kommt noch etwas mehr Fairness ins Spiel.

[1] GR-Nr. 2008/80: http://www.gemeinderat-zuerich.ch/geschaeft_details.aspx?ID=2c84d851-3252-43b0-8965-d9627a5fcd5d
[2] http://www.transparency.ch
[3] http://www.wikileaks.org
[4] http://www.indymedia.org/de/index.shtml

Update 09.04.08: Die persönliche Homepage des Ex-Julius Bär Bankers Rudolf Elmer: http://www.swisswhistleblower.com/

Ein Artikel dazu auf Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,545813,00.html

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